Archiv | 6:51 nachmittags

Es gibt kein zurück. Es gibt kein nach vorne.

6 Nov

Es gibt nichts mehr zu sagen. Es gibt auch nichts mehr zu schreien. Nichts mehr, dass wir uns vorwerfen könnten. Nichts, was wir uns noch vorhalten könnten. Nichts, was noch gesagt werden kann, was nicht schon unzählige Male in den Raum geschrieen wurde.

Es gibt nichts mehr. Kein Wir. Kein Uns. Kein Dich & mich. Kein Heucheln einer Freundschaft. Keine Besorgnis. Kein Mitleid. Keine Reue. Zumindest für mich. Denn ich gehe. Heute endgültig.

Weil es nicht mehr weitergehen kann, nachdem Du stehen geblieben bist. Wo, das weißt Du selbst nicht so genau. Wann, das weißt Du auch nicht so wirklich. Wie, das weißt Du schon gar nicht. Ich sehe Dich an und weiß es. Weil ich Dich all die Jahre durchschaut habe, weil ich Dich kennenlernen musste, um Dich so zu kennen, wie ich Dich nicht kennen wollte.

Es gibt kein zurück. Noch weniger gibt es ein nach vorne. Es gibt nichts mehr. Nur etwas Vergangenheit, die den Sprung in die Gegenwart nicht geschafft hat. Und wenn wir ehrlich sind, hat sie auch wenig in der Gegenwart zu suchen. Und wenn wir ehrlicher sind, hat sie noch weniger in der Zukunft zu suchen.

Verzeih mir meine Wortwahl, aber bitte bitte bitte verschwinde. Endgültig. Für immer. Auf ewig.

Über Gehirnzellen, Nasen und die UdSSR.

6 Nov

Gestern also gelernt, dass Nasen nie aufhören zu wachsen, Gehirnzellen sich im Gegenzug aber nie, und ich meine nienienienie, erneuern. Gut, dass Gehirnzellen sich nicht erneuern, wusste ich schon, aber ich wollte es mit euch teilen. Nur zur Vorsorge, wisst ihr? Nicht, dass sich einer von euch irgendwann mal wundert, wo seine Gehirnzellen hin sind und wieso sie nicht zurückkommen.

Dass Nasen niemals aufhören zu wachsen hat mich schon etwas mehr geschockt. Und die Frage aufgeworfen: Was macht Gerard Depardieu in zehn Jahren? Kann er dann noch aufrecht stehen? Und können Nasen größer werden als das Gesicht?

Ich hab gestern noch mehr gelernt, aber das meiste wieder vergessen. Wir haben gestern nämlich Trivial Pursuit gespielt. Die österreichische Version von 1985. Solltet ihr auch mal. Also, euch eine alte Version besorgen. a) weiß man dann viel weniger und das Spiel dauert noch viel länger und b) ist es einfach amüsant zu lesen, dass Finnland auch irgendwie an die UdSSR grenzt. Zumindest hat mich das gestern amüsiert. Nicht die Tatsache. Eigentlich nur, wie schnell das Leben eigentlich fortschreitet und wie schnell sich alles ändert. Eigentlich amüsiert mich das nicht so sehr, wie es mich fasziniert. Leben ist schon ein geiles Ding.

Ich denke ja gerade sowieso sehr viel über das Leben und die Erste-Welt-Probleme nach. Gestern erst habe ich überlegt, ob ich mir lieber einen Kindle oder doch das iPad kaufen soll. Und mich gedanklich damit sicher mehr als eine Stunde befasst, um dann noch mal fünfzehn Minuten darüber zu sprechen. Erste-Welt-Problem-deluxe. Mit Krönchen. Danach für 40€ essen gegangen, um dann noch mal für 30€ im Supermarkt einzukaufen, dazwischen noch mal Kaffee für 5€. Das iPhone, wie ein Kleinkind, immer an der Hand. Zuhause erstmal versucht die Lebensmittel in den bereits vollgestopften Kühlschrank zu quetschen, um 30% der Sachen nächste Woche eh wegzuwerfen. Danach noch am iMac eine Doku geguckt, während ich via MacBook und iPhone all meine Social Networks und Feedreader checkte.

Das Problem an der ganzen Sache ist ja, dass ich diesen Luxus genieße. Und ihn mag. Und süchtig bin. Und ihr kennt das alles. Aber eigentlich kann man auch ohne. Auf Sachen verzichten, die man ohnehin nicht braucht. Aber dazu dann die Tage mehr.