Der glücklichste und traurigste Tag in meinem Leben.

7 Mrz

Ihr Herzen. Heute für euch der wundervolle Malte, der nicht nur twittert und bloggt, sondern sich auch ganz schnell in kleinen, österreichischen Facellaherzen einnistet.

Aufbauend auf einem Zitat aus dem Buch „Die Geschichte der Liebe“ von Nicole Krauss, hat er hier etwas für mich, für euch, aber vor allem für sich selbst geschrieben. Zurücklehnen, lesen, genießen.

 

„Ganz und gar nicht. Die Tatsache, dass du heute etwas glücklicher geworden bist, ändert nichts an der Tatsache, dass du auch etwas trauriger geworden bist. Jeden Tag wirst du beides etwas mehr, was bedeutet, dass du genau jetzt, in diesem Augenblick, so glücklich und so traurig bist, wie noch nie in deinem Leben.“

 

Ich habe lange über diesen Satz nachgedacht.
Verstanden habe ich nicht.
Es gab in meinem Leben schon glücklichere Tage als heute.
Es gab in meinem Leben auch schon traurigere Tage als heute.
Wenn man aber jetzt das gesamte Glück und die gesamte Trauer meines Lebens zusammennimmt und dann diesen Tag drau fpackt, dann ist das tatsächlich der glücklichste und gleichzeitig traurigste Tag in meinem Leben.

Vielleicht ist es in mir drin, das gesamte Glück meines noch jungen Lebens.
Es ist in meinen Erinnerungen an die wundervollen Momente, in denen alles leicht war und bunt und die mir viel bedeuten.
Es ist in meinen Träumen.
In den Träumen, die ich vergessen habe, denen die ich aufgegeben habe, den Träumen, die ich verwirklichen konnte und den Träumen, die noch zu Momenten und schließlich zu Erinnerungen werden sollen.
Vielleicht ist sie in mir drin, die Trauer.
In den Erinnerungen an die Momente, in denen ich keinen Ausweg gesehen habe und in den Erinnerungen an die Momente, in denen ich nicht mehr nach einem Ausweg gesucht habe.

Heute war ein guter Tag.
Der Himmel war blau, die Luft warm.
Ich war einen großen Teil des Tages mit meinem Hund im Wald spazieren.
Ich habe ein Kind lachen gehört und konnte das Glück seines Vaters in dessen Augen erahnen.
Ich habe Musik wiederentdeckt, die ich vor langer Zeit verloren hatte.
Ich habe einen Teil meines Lebens geteilt, mit den Menschen die mich verstehen.
Dieser Tag war voller Glück.
Voller kleiner, guter Momente, an die ich mich schon bald nicht mehr erinnern werde.
Dieser Tag war nur selten traurig.
Als das kleine rote Auto vor der Einfahrt stand und ich für einen Moment glaubte, in dem Auto säße meine Mutter und würde mich abholen.
Nach diesem kurzen Moment des Glücks kam ein Moment der Trauer.
Aber dieser Moment war auch nicht sehr lang.
Heute war kein Tag für Trauer.

Ich habe dieses Zitat oft gelesen.
Ich habe es nicht verstanden.
Man muss es, glaube ich, nicht verstehen.
Jeder kann dieses Zitat anders deuten.
Ich glaube, dass es nicht darauf ankommt, ob das heute der glücklichste Tag in meinem Leben war, ob es ein Tag war, der bereits lange vergangen ist oder ob es ein Tag sein wird, der noch vor mir liegt.
Ich glaube, es kommt darauf an, am Ende jeden Tages, ein bisschen mehr glücklich zu sein und nicht ganz so sehr viel mehr traurig.
Jeder Tag mit Glück ist ein guter Tag.
Und wenn ich dann am Ende meines Lebens, mehr Glück erleben durfte als Trauer, dann hatte ich gutes Leben.

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