Antwort an A.

13 Mrz

du verstehst es einfach nicht. nichts geht weiter. und hör mir auf mit deinem weil. weil liebe und leben einfach scheiße sind.

 

Liebster A.

Ich gehe bewusst nur auf diesen einen Absatz ein. Weil, ja schon wieder ein Weil, weil Du, verzeih mir das Wort, Bullshit von Dir gibst.

Liebe, mein lieber A., ist nicht scheiße. Liebe ist das reinste, schönste Gefühl, das uns zuteil werden darf. Nichts, rein gar nichts, kann an dieses Gefühl auch nur annähernd rankommen und nichts, rein gar nichts, kann dieses Gefühl ankratzen. Trotzdem tun wir es ständig. Mein Lieber, verstehe doch, dass Dein Schmerz gerade nichts mit der Liebe an sich zu tun hat. Das sind nur die Nebengefühle, die eben auftreten, wenn man liebt. Zurückweisung schmerzt. Verlust schmerzt. Einsamkeit schmerzt. Das Ende einer Liebe schmerzt. Schuldgefühle schmerzen. Aber die Liebe an sich, die schmerzt nie. Das kann sie gar nicht. Dazu wurde sie nicht gemacht. Liebe beflügelt uns, lässt uns zu Höchstformen aufsteigen, lässt uns Dinge in uns finden, die wir nie für möglich gehalten haben. Liebe ist mehr als nur ein chemischer Prozess, Liebe ist alles und mehr.

Liebe zweifelt nicht. Liebe verurteilt nicht. Sie fordert nicht, sondern gibt. Liebe verlangt nicht. Liebe ist bedingungslos. Liebe sucht nicht das Negative. Sie umgibt uns, schmeichelt uns, lässt Gefrorenes in uns wieder erwärmen. Liebe findet sich überall. Sie schleicht sich ganz langsam an, hüllt uns in Glück, bevor sie ganz von uns Besitz ergreift. Sie sucht nicht, sie findet. Sie taucht auf, wenn man sie am wenigstens erwartet, jedoch am meisten braucht. Und sie ist alles. Weil man ihr nicht weniger Bedeutung zukommen lassen darf.

Liebster A. Höre auf an der Liebe zu zweifeln. Das ist der falsche Weg. Sieh ein, dass sie nichts für all Deinen Schmerz kann. Dass sie Dir mehr gab, als genommen hat. Dass sie da war, als Du schon fast alles aufgegeben hast. Und dass sie wieder kommen wird, wenn Du bereit dafür bist. Und dass sie ständig da ist, vielleicht etwas versteckt tief in Dir. Doch spürst Du sie. Weil sie nie ganz gehen kann. Weil sie nie ganz gehen wird.

Das Leben, mein Lieber, das Leben ist beschissen. Jedoch bist Du nicht der Erste und schon gar nicht der Einzige, dem das aufgefallen ist. Aber sich damit abfinden ist weder ein Weg, noch eine Lösung. Man muss das Beste daraus machen, muss all die kleinen Dinge wertschätzen können, alles versuchen, um glücklich zu werden, sich nicht dem Schmerz hingeben und sich damit abfinden, sich nicht im Selbstmitleid suhlen. Das Leben wird nicht besser, wenn Du Dich davor versteckst. Herz, Du hast nur dieses Eine. Mach was daraus. Lebe gefälligst. Und genieße jede Sekunde, weil es anders nicht geht. Lerne aus Tiefschlägen, aber verschanze Dich nicht in Löchern. Da ist noch so viel, das Du erleben musst, noch so viel, was auf Dich wartet, noch so viel, was das hier alles erträglich macht.

[…]

Lass Dich niemals unterkriegen. Dazu bist Du viel zu wundervoll. Dafür hast Du viel zu viel Potenzial, das nur so darauf wartet, genutzt zu werden. Du wirst sehen, irgendwann ergibt alles Sinn. Irgendwann fügt sich alles zu einem großen Ganzen. Dass jedes Ereignis zu einem anderen führt. Dass das Leben wie eine Treppe ist, die man besteigt und man nie Stufen auslassen sollte, weil sonst die Gefahr besteht, dass man plötzlich fällt und fällt und nie mehr damit aufhören kann.

2 Antworten to “Antwort an A.”

  1. difficultandblonde März 13, 2011 um 7:46 pm #

    ich liebe Deine Post’s. Mit vielen Deiner Aussagen kann ich mich selbst gut identifizieren.
    Mach weiter so !

  2. pestknecht April 2, 2011 um 7:55 am #

    Was das Leben anbelangt, gehe ich mit `A.´ konform. Das kann schon mal ganz gewaltig Scheiße sein!
    Was Dein Plädoyer für die Liebe betrifft, bin ich hin- und hergerissen davon.
    Ich habe schon lange nicht mehr etwas so Schönes gelesen!

    Dem ist nichts hinzuzufügen außer einem bescheidenen
    Dankeschön!

    *pestknecht*

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