Archiv | April, 2011

Es ist bloß ein 10-Kilo-Nutella-Glas. – My Next Tweet

11 Apr

Gut. Ich gebe es zu: Ich finde es lustig und lache mich schlapp.


Auch wenn dieses Ding wagt zu sagen, es sei bloß ein 10-Kilo-Nutella-Glas. Bekloppt? Na, whatever. Damit ihr auch was zu lachen habt, weil ich das gerade so lustig finde, hier mein Best-Of. Zeigt mal eure. <3

  • Es interessiert sich fühlt, wie Deine Worte schmerzen. – Aber wenn ich drauf hoffe, ihr habt Hunger!
  • Wenn Du das langsam Platzangst bekommt. Liebe Wetterfee. Ich bin eine hinzugekommen ist?
  • Ich musste zuerst zu Mama so: Es nennt sich hergebeamt. Und wo bist Du fütterst mich etwas vergessen?
  • Lügen haben so einen Platz gibt, an die hässlichen, dazugehörigen Bilder.
  • Penisse = furchtbarster Plural seit drei Stunden in der Wahrheit davonlaufen können. Herzchen.
  • Theorie: Twitterer haben so schnell vor der Fresse. – Sex. Dein Leben! Selber Schuld, wenn sie grün vor?
  • Liebe ans Bett? Während das mit den guten Vorsätzen die ich Dir schlafen, aber kein Ende, wenn das Leben?
  • Wer hat es einen Platz gibt, an denen man selbst. Du einmal wirklich Sex ergibt sich einer von euch?
  • Das, was machen müssen. Liebe ans Bett? Während alle verlorene Herzen treffen & der Suche nach Prince!
  • Ich bin Bachelor-Arzt. Das ist so kurze Beine, damit Du keine Angst haben.
  • Wenigstens habe übrigens auch Ironie: Kaum schwärmt ihr morgens nach Prince Charming.
  • Tagen, an zum Lachen in eine göttliche, Fresspakete packende Kräuterbutter.
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Some people never go crazy.

8 Apr

Ich habe den wundervollen, grandiosen, großartigen, erotischen, hübschen, intelligenten Snow_One dazu gebracht, sich hier wörtlich zu übergeben. Viel Spaß.

Tschelli hat mir dieses Zitat vom guten alten Charles Bukowski gegeben:

„Some people never go crazy. What truely horrible lives they must lead.“

Ich kannte Bukowski nicht. Bildungslücke, ich weiß. Naja, nicht die einzige, da fällt der auch nicht mehr ins Gewicht. Habe nachgelesen. Bukowski war so eine Art Ernest Hemmingway in etwas unbekannter. Oder auch vergleichbar mit dem Hauptdarsteller aus Fear and Loathing in Las Vegas, nur dass er nicht so einen guten Anwalt hatte (den Film kennt ihr. Nämlich.). Bukowski war ein famoser Schriftsteller, der aber wie viele seiner Gattung regelmäßig sternhagelvoll war. Außerdem war er mal im Knast und in der Psychiatrie, hatte kein besonderes Glück bei den Frauen und hat auch sonst viel an die Wand gefahren. Allerdings war er eloquent und wusste seine Misere immer geschickt in Worten zu beschreiben. Das klingt jetzt alles sehr nach Twitter und euch, ich weiß. Leider ist er schon 94 gestorben. Das wird ihn auch ärgern, falls er dazu noch fähig ist. Noch 12 Jahre dann wäre er unter seinesgleichen gewesen. Er gehörte zum Gonzo Journalismus, also ebenjenen, bei denen die Protagonisten des Romans gewissermaßen autobiographisch waren, man sich aber immer noch rausreden konnte, dass nicht alles exakt so passiert ist, weil man sonst gleich wieder hinter schwedischen Gardinen säße und wie gesagt: Er hatte einen eher mäßigen Anwalt.

Nun ist es aber Zeit, euch intuitiv zu erzählen, was für Gedanken bei dem Zitat in mir aufsteigen.
Ich werde bewusst nicht jeden Satz mit meinen (wie gewohnt miesen) Gags garnieren. Humor ist eine gar wundervolle Sache, aber wenn ich etwas mir wichtiges vermitteln will, streue ich ihn eher sanft ein, damit er meine Message nicht überlagert. Ich hoffe, ihr versteht. Oder auch nicht. Dann habe ich immer noch meine Saubsaugerbots als treue Follower. Und Tschelli.

Der Typ hatte einiges am Start, was den Grad an Verrücktheit anbelangt. Sieht man auch gut in allen seinen 40 Romanen, die ich als Vorbereitung auf diesen Blogpost aufs penibelste durchgearbeitet habe. Ok, aber man kann es zumindest aus seiner Biographie herauslesen. Klar erscheint mir intuitiv richtig, dass an gewisser Grad an Verrücktheit, eindeutig dazu beiträgt, ein glückliches Leben zu führen, das sich einen selbst verwirklichen lässt (kann man das so schreiben? Favt es einfach trotzdem). Dennoch ist dies natürlich keine Aufforderung deswegen gleich „ein bisschen crazy“ in seine Bio zu schreiben. Nehmt lieber ein Scooter Zitat, das erscheint da weitaus tiefgründiger („Love, Peace and Unity, Siberia the place to be“).

Wenn ich allerdings das Zitat und das Leben von Bukowski auf mich wirken lasse, gilt es gewiß auch, etwas aufzupassen und genauer hinzuschauen. Wenn man crazy als individuell und seiner Bestimmung folgend verstehen kann, hat er meine Zustimmung. Basiert es allerdings auf dem massenhaften Konsum bestimmter Substanzen und Eskapismus würde ich vielleicht einen kleinen Schritt von meiner absoluten Zustimmung zurücktreten. Man kann von Charlie Sheen ja auch kein Selbstbewusstsein lernen, da es ein fragiles Konstrukt ist, das bei einem Beben der Stärke 2.0 ziemlich kläglich in sich zusammenfallen würde. Drogen kreieren eben manchmal (naja, oft) einen Mantel der Diffusheit und Illusion, der authentische, von Herzen kommende Individualität eher verdeckt.

Ganz ohne Frage finde ich es toll, das Charles die Menschen erinnert über ihre (eingebildeten?) Grenzen hinauszugehen. Dennoch will ich an dieser Stelle anmerken, dass innerer Frieden meiner Meinung immer wichtiger als Individualität sein sollte. Auch ich hatte in meinem Leben Phasen, in denen ich um jeden Preis individuell und exquisit sein wollte. Das funktioniert meiner Erfahrung nach nicht lange, beziehungsweise hängt damit zusammen, wie lang es dauert bis sich die Intelligenz des eigenen Herzens meldet. Sie warf in meinem Fall Zweifel über mich, die sich solang verdichteten , bis ich etwas wohl sehr wichtiges einsehen musste: Dieser verdammte innere Frieden scheint wichtiger zu sein als Geld. Scheint wichtiger zu sein als Dinge, in denen ich erfolgreich bin, aber die ich nur weiterhin betreibe, weil ich eben erfolgreich darin bin. Er scheint wichtiger zu sein als Individualität, die nur von meinem Ego kommt. Von meinem bloßen Bedürfnis die (illusorische) Trennung zwischen mir und anderen zu verstärken.

Ich will damit etwas aufgreifen, was mir in unserem Individualismuskult oft auffällt. Diese Einzigartigkeit um jeden Preis, die nicht daher kommt meditativ nach innen zu schauen und mich ernsthaft zu fragen, was mein wahres Wesen denn nun wirklich will. Ich weiß, dass es Zeitpunkte in meinem Leben gab, da hätte ich einer vollkommen glücklichen Gesellschaft den Rücken zugewendet, um nicht zu diesem pseudo dauergrinsenden LSD Pack dazuzugehören. Dies war der Holzweg. Ich kenne den mittlerweile sehr gut. Ich bin den Holzweg auf und ab gelaufen. Habe mir aber irgendwann zu viele Spreißel eingefangen und befinde mich nun auf einem neuen Holzweg, den ich noch nicht genau identifiziert habe, aber diese Zeit wird kommen. (Hoffentlich, ey)

Eine Frage, die ich mir in meinem Leben mittlerweile gerne stelle, ist, ob ich in irgendeiner Form eine Rolle spiele. Ich weiß ja, wie anfällig ich dafür bin. Ich will individuell sein und zack spricht durch mich nicht mehr mein wundervolles Herz sondern irgendetwas, dass ich mal für cool befand und immer weiter in mich aufnahm. Ihr versuche dies in letzter Zeit nebenbei erwähnt auch bei Twitter. Klar ist die Resonanz dort meist eher positiv und ein Sternenhagel bricht über einen herein, wenn man jemanden gekonnt verurteilt. Aber mir fiel im Laufe der letzten Jahre immer mehr auf, dass dies etwas ist, was ich nicht will. Ich will andere nicht verurteilen, weil ich in meinem Kern ein tiefes Verständnis entwickelt habe, dass ich dies gar nicht könnte, selbst wenn ich wollte. Menschen sind zu komplex. Mir ein wirkliches Urteil über jemanden bilden, ist bei genauerer Betrachtung eine ziemliche Unmöglichkeit.

Noch etwas, das mir eher bei anderen auffiel: Könnte es sein, dass ich versuche jemand zu sein, der besonders dramatisch wirkt? Der jemand anderen, und zwar nur eine einzelne Person, besonders vergöttert? Ich tat dies sicher auch einmal. Bis irgendwann das Verlangen auftrat, die Liebe auszudehnen. Ich finde es ehrlich gesagt immer wieder famos, dass Twitter ein Netzwerk ist, in dem der Liebe ein so großer Stellenwert zugemessen wird. Alles andere würde jegliche Ästhetik zugrunde gehen lassen. Dennoch ist mein Traum, dass sich diese Liebe erweitert. Warum in meiner Rolle bleiben, einen einzigen Menschen zu vergöttern, wenn ich ein wahrer Philanthrop werden könnte, der nach innen lauscht und spürt, dass er mit anderen Menschen mehr verbunden ist, als diese optisch getrennte Welt uns vorspielt.

Was ist also ein „truely horrible life“. Meiner Ansicht nach gewiss ein Leben ohne den richtigen Grad an Durchgedrehtheit. Da hat Charlieboy Recht! Aber mir persönlich ist die Quelle wichtig. Woher kommt meine Verrücktheit? Von Alkoholkonsum? Irgendwelchem anderen Zeug? Vom Kopieren anderer Leute, die ich für cool befand? Von der Glorifizierung meines Verstandes, der sich von anderen um jeden Preis absetzen will? Oder aus meinem wahren Selbst, dem was wir umgangssprachlich Herzen nennen? Nur die letzte Möglichkeit eröffnet die Chance ein Leben zu führen, das nun wirklich keinesfalls „truely horrible“ ist. Alles andere steht auf einem sehr brüchigen Boden. Vielleicht hat man einen doppelten Boden, aber der wäre ja auch nur dünnes Eis, das wiederum auf wackligen Beinen steht.

Cheers, Stephan (Snow_One)