Gedanken über alles und nichts und irgendwas.

4 Nov

Ich hab momentan eigentlich keine Zeit. Für nichts. Die Uni fordert mich etwa sechzehn Stunden am Tag, daneben versuche ich meine sozialen Kontakte, meine Körperpflege und mein allgemeines rundum Wohlbefinden noch irgendwie unterzukriegen. Mein Sozialleben lässt sich leicht zusammenfassen: Freund, Mama, Katze. Freund und Katze brauchen Zuwendung, Mama ist halt Mama. Für mehr bleibt keine Zeit. Aufstehen, duschen, alle paar Minuten etwas vom Frühstücksmüsli essen, hier ein Schluck Kaffee, da noch ein Schluck mehr Kaffee und schon geht’s zur Uni. Die fängt nämlich um acht Uhr fünfundvierzig an. Täglich. Und das zum Thema „Studenten haben eh so viel Freizeit“. Uni dauert meist bis 18 Uhr, manchmal auch bis 20 Uhr. Manchmal sogar samstags, weil wir ja eh sonst nichts zu tun haben. Eigentlich viel zu oft samstags. So quasi jeden zweiten Samstag. Nach der Uni ist quasi vor der Uni. Viertausendachthundertzweiundzwanzig Projekte stehen an. Vielleicht sogar zwei mehr.

Worauf ich aber eigentlich hinauswollte: mir bleibt kaum Zeit für irgendwas, nicht mal fürs Denken. Also, so richtiges Denken. Dieses „Ich fange aus dem heiteren Himmel an über die Welt und das Leben zu grübeln und sitze vier Stunden starr rum und denke, denke und denke etwas mehr“. Gestern passierte es dann einfach. Gespräch mit Freund beendet, sitzen geblieben, nach gedacht. Ohne konkreten Anfangsgedanken, dafür mit konkretem Endgedanken. Was ja eigentlich viel mehr zählt.

Worauf ich jetzt wirklich hinaus will: Ich hab eine Liste. 100 Dinge, die ich in meinem Leben machen möchte. Einen schwedischen Baum umarmen (fragt nicht), eine Sternschnuppe sehen, Patentante werden, zu mir finden. Vieles sehr situationsbedingt, vieles, was ich zwar gerne erleben würde, aber eher spontan als bewusst erleben kann. Dabei würde ich gern bewusst Dinge erleben, also falsch, man erlebt ja alles irgendwie bewusst. Aber ich habe vor manche Erfahrungen bewusst zu machen, sprich mich für sie zu entscheiden. Ich kann nicht entscheiden, dass ich jetzt eine Sternschnuppe sehen möchte.

Aber ich kann entscheiden, dass ich Dinge tun möchte, Dinge, die man sonst wohl nie erfahren würde, wenn man sich nicht bewusst dazu entschließt. Für manches muss man eben einen Entschluss fassen, Sachen regeln, das Ganze ins Rollen bringen, um es dann erleben zu können. Bewusstes Erleben, überbewusstes Erleben, gewolltes Erleben, dennoch ungeplantes Erleben, denn man kann sich zwar dazu entscheiden Dinge zu machen, kann natürlich nicht entscheiden, wie sie ausgehen oder viel mehr, wie sie einen am Ende treffen, was man daraus lernt, wie man dadurch wächst. You get the point. (auch so eine Sache übrigens: Englisch hört sich manchmal einfach besser an. So auf den Punkt. Und ganz oft fällt mir erst gar nicht das deutsche Wort ein, weil das englische viel treffender ist. You know? [der Liebste meinte übrigens, dass das nur daran liegt, weil ich zu viel englisch rede, wobei ich gestehen muss, dass ich eigentlich ausschließlich auf englisch denke, aber das ist ein anderes Thema und hat nichts mit dem Inhalt dieses Blogdings zu tun. {Ich habe übrigens auch schrecklichen Wissenshunger. Mein Kopf knurrt sozusagen. Kreatives Studium ist schon geil, aber mir fehlt dieser ständige Wissenscocktail, den ich mir sonst so zuführe. Dazu bleibt aber leider keine Zeit. Aber eigentlich hat das auch nichts mit dem ursprünglichen Thema zu tun.}])

Ich habe gestern etwas beschlossen, etwas, dass ich noch nicht öffentlich machen will, bevor ich wenigstens einen Fuß in die Tür des Projektes gesetzt habe. Aber der Entschluss steht fest. Ich habe jetzt schon schreckliche Vorfreude. Auch etwas mulmiges Bauchgefühl. Und das ist gut so. Eine Erfahrung, vielleicht auch ein dutzend mehr, die ich unter normalen Umständen und ohne festen Entschluss dazu nie machen würde. Ein Gehen und Zurückkehren. Geben und nehmen. Und bloß sehr konfus darüber reden, damit ich noch mehr Lust darauf bekomme.

Punkt. Ende.
Ich trinke jetzt Chai und gucke mit dem Mann Fussball.

(et voilà, Wortkotze in ihrer reinsten Form.)

3 Antworten to “Gedanken über alles und nichts und irgendwas.”

  1. Yasemin104 November 4, 2011 um 8:22 pm #

    Gefällt mir sehr gut! Und bin auf deine Idee gespannt.

  2. Seelenstreusel November 4, 2011 um 8:28 pm #

    Ein toller Eintrag!!!
    Mir geht es übrigens genauso, dass mir eigentlich alles schneller auf englisch als auf deutsch einfällt – kann dich da also sehr gut verstehen ;)
    Ich wünsche dir, dass du dein Vorhaben/Projekt durchziehst & viel Kraft und Durchhaltevermögen dafür!
    Viele liebe Grüße,
    Karina

  3. Fabius November 10, 2011 um 5:57 pm #

    Ahoi, ich bin mal so frei und schreibe mal was im Blog. Sieht toll aus! Ich benutze auch seit kurzem WordPress kapiere aber noch nicht alles. Dein Blog ist mir da immer eine grosse Motivation. Weitermachen!

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