Life’s a Hungry Thing – Lektion 01

11 Nov

Eine neue Blog-Serie! Ich glaube sogar meine erste auf diesem Blog. (und alle jubeln jetzt einmal kurz, bitte. Danke.) Also, Blog-Serie: Life is a hungry thing.

Das sagte ein Typ namens Scott Westerfeld, für alle die ihn nicht kennen, Scott ist Autor, bekannt vor allem für die Midnighters-Triologie und die Uglies-Serie, aber eigentlich ist das gerade alle sehr nebensächlich.

Irgendwann schrieb der gute Scott einen Satz, der mir in Erinnerung blieb: „It’s amazing how quickly nature consumes human places after we turn our backs on them. Life is a hungry thing.“ Vor allem natürlich das Ende, aber auch der Anfang, da ich, wie manche von euch vielleicht wissen, etwas zu sehr fasziniert von verlassenen, verfallenden Gebäuden und Orten bin.

Life’s a hungry thing, das quasi ständig frisst, bis der Teller leer ist und wir tot sind. Kreislauf des Lebens, das Alte verschwindet, um Platz für Neues zu machen. Blah, blah, blah. Im letzten Eintrag schrieb ich ja schon etwas von wegen lauter, schneller, besser, verrückter, waghalsiger, aktiver, hyperaktiver, etc. zu leben. Und genau darum geht es hier. Wenn das Leben schon ständig am Fressen ist, sollten wir ihm auch mal Dinge geben, an denen es länger kauen kann. (Verschluck Dich, Bitch!)

Und da ich nicht nur mein Leben verbessern will, sondern eure gleich mit, berichte ich euch von diesen merkwürdigen Lektionen, die dieses Leben so ausspuckt (und würde mich freuen, wenn der ein oder andere von euch mitmacht).

LEKTION 01 – Lebe lauter:

Als ich heute nach Hause fuhr, bin ich nicht an meiner üblichen Haltestelle ausgestiegen, sondern etwas weitergefahren. Genauer gesagt bis zur Endhaltestelle. Von dort führt ein kleiner Weg, direkt am Fuße des Berges, an ein paar Häusern vorbei und endet mitten im Nirgendwo. Mitten im Nirgendwo hat aber einen fantastischen Ausblick. Mitten im Nirgendwo ist aber nur etwa 100 Meter entfernt von der Zivilisation, aber so viel Mitten im Nirgendwo, wie man am Stadtrand eben bekommt.
Da stand ich, warf meine Tasche auf den Boden, atmete tief ein und schrie. Einfach so. Ich schrie und schrie und schrie, bis ich keine Luft mehr hatte, nur um noch mal anzusetzen und noch einmal zu schreien. Und wisst ihr was? Das war so etwa das Befreiendste, was ich je getan habe.
Man hat ja schon viel darüber gehört: Schreitherapie, Schreien befreit und löst Blockaden. Psychologen sagen das gerne. Die sagen aber auch gerne so Sachen wie „Nehmen Sie doch erstmal Medikamente, um das Problem muss sich dann eh niemand mehr kümmern.“, wobei sie das eher denken als sagen, aber das ist ein anderes Thema und gehört hier nicht her.

Was ich jetzt aber sagen, so als Nichtpsychologe, schreien befreit unheimlich. Es ist als würde man alles rausschreien, diese ganze aufgestaute Wut, diese latente Aggression, die sich im Alltag so ansammelt, die Dinge, die einen die Augen verdrehen lassen. All das, einfach weg.

Also, raus mit euch! Und schreit euch die Seele aus dem Leib.

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