002 – Frustriert? Haha!

2 Feb

Aufgrund meines letzten Blogeintrags über den Valentinstag wurde ich auf Twitter einige Mal als frustrierte Mittzwanzigerin bezeichnet.

Ich hatte nicht das Gefühl frustriert zu wirken und das allgemeine Feedback war mehr als positiv. Nicht nur das, viele haben mir sogar mehr als nur zugestimmt.

Ja, ich mag den Valentinstag nicht. Genauso wenig wie Weihnachten, Silvester, Ostern, Geburtstage, Namenstage, Babyparties und diverse andere Festivitäten.

Woran das liegt? Ich mag auch keine Tomaten. Da fragt auch niemand wieso. Die esse ich auch nicht, nur weil gerade Tomatentag ist. Und wenn mir mein aktuell nicht vorhandener Freund vorschlagen würde den Valentinstag zu feiern, ich würde ihn schallend auslachen. Was ich auch schon einige Male gemacht habe. Essen gehen kann man auch an 364 anderen Tagen im Jahr. Dann sogar günstiger und in angenehmer Atmosphäre. Weil ganz ehrlich, wer will schon mit 4000 anderen Pärchen in einem überfüllten Restaurant sitzen und überteuerte Gerichte essen, die man sonst um den halben Preis bekommt?

Ich hab heute noch mit einer Freundin darüber gesprochen. Sie, 26, bildhübsch, Single und glücklich. Aber auch ihr wurde schon öfter ein „Oh, Du wirkst so frustriert.“ entgegen geworfen.

Ist man ab Mitte Zwanzig automatisch frustriert, nur weil man gerade nichts Dauerhaftes zum Ficken vorweisen kann?

Ich fühle mich höchst unfrustriert. Ich habe tolle Freunde, nicht nur in meiner Heimatstadt, sondern überall auf der Welt verteilt, die Ohren und Ratschläge haben, wenn ich sie brauche, mit denen ich stundenlang reden und lachen kann, für die ich da sein kann und die für mich da sind. Ich mache das, was ich liebe und liebe, was ich tue, auch wenn es mich manchmal bis spät in die Nacht arbeiten lässt und mich ab und an zum Schimpfen bringt, was nur gut für mich ist, wer mich kennt, weiß wovon ich spreche. Ich habe viele Hobbies, die ich auslebe und ständig erweitern kann. Und wenn ich was zum Ficken will, finde ich das auch.

Wir leben mittlerweile in einer Zeit, in der Frau keinen Mann mehr braucht, um sich identifizieren zu können. Wir haben eigene Jobs, Konten, Meinungen und Stimmen. Aber viel mehr haben wir die Eier, die die wenigsten Männer haben.

Liebe Frauen. Sollte euch noch mal ein Mann als frustriert bezeichnen, seid euch gewiss: sein Penis ist etwa genauso kurz wie euer kleiner Zeh. Aber da Größe ja nicht zählt, seid euch gewiss, dass er damit genauso wenig umgehen kann wie mit Frauen.

5 Antworten to “002 – Frustriert? Haha!”

  1. Steinesammlerin (@tocaya) Februar 2, 2012 um 6:22 pm #

    ilikeilikeilike – ich verstehe nicht, warum Beziehungslebende immer meinen, man müsse frustriert sein, nur weil man anders lebt als sie. Umgekehrt wirft man ihnen ja auch nicht vor, sie seien… mir fällt gar nichts ein, ich werfe ihnen nichts vor solange sie glücklich sind und sich nicht selbst und gegenseitig etwas vormachen – kann ja sein, dass sie Angst vor Frustration haben ;-)
    Und klar, bin ich nicht immer glücklich über meine Situation – aber wer ist das schon immer. dazu kann ich stehen UND sagen, dass ich den Valentinstag hasse. Weil es einfach ein total bescheuerter extra erfundener Tag ist und das noch in einem Monat, in dem auch Karneval stattfindet. Den ich noch viel mehr verachte übrigens.

    und Valentinstag habe ich schon gehasst bevor mir überhaupt Brüste wuchsen. nur mal so. (und ja, ich hab welche).

    • facella Februar 2, 2012 um 6:35 pm #

      Wer immer glücklich ist, läuft auch mit Scheuklappen durchs Leben oder ist einfach nur dumm, dämlich und blind.

      Aber mal ernsthaft, wer seine Liebe nur am 14.02. zeigen kann, ist auch nur fähig „Ich liebe Dich“ mittels Milka-Herz-Schokolade zu sagen.

      Ich glaube, Frauen wie wir machen einer gewissen Sorte Männer Angst. Das sind dann auch die, die ihren Frauen jegliche Meinung und Freizeitaktivitäten verbieten und die immer noch am alten Hausfrauenbild festhalten.

  2. Madame Kapunkt Februar 2, 2012 um 6:29 pm #

    DANKE! Du sprichst mir mit jedem einzelnen Wort aus der Seele!

    Vor allem wird einem als gemeiner Single ja gerne das Frustriertsein vorgeworfen (und man muss außerdem noch irgendwas Komisches an sich haben, weil man hat ja grad niemandem zum Vorzeigen da), allerdings sind es ja viel viel öfter die Menschen in einer Beziehung, die frustriert sind, nicht alleine klarkommen und sich nur aus Angst oder Gewohnheit nicht trennen können. Also ich finde das deutlich frustrierender als auf eigenen Beinen zu stehen, mit mir selber glücklich zu sein und nicht abhängig von jemandes Bestätigung zu sein.

  3. Artem - @psychocean Februar 2, 2012 um 8:22 pm #

    Ich selbst war eine lange Zeit in einer Beziehung und ja, man hat dann irgendwie doch versucht jeden Valentinstag für die Freundin besonders schön zu gestalten.
    Aber mittlerweile frage ich mich, ob das hätte sein müssen. Die Antwort ist ja schon fast klar: natürlich nicht.
    Wenn man sich gegenseitig liebt kann man es sich auch so zeigen. Man kann dann einfach irgendeinen Tag zu einem besonderen machen, wenn nicht sogar jeden. Auf welche Art auch immer.
    Liebe hat kein Soll, das man an einem bestimmten Tag zu erfüllen hat. Liebe folgt keinen Regeln, denn die gibt es nicht und wer versucht welche zu erkennen, welchen zu folgen oder gar welche zu erfinden (wie z.B. den Valentinstag oder sonstige Bedingungen, die man dem Partner vor die Nase hält), der liebt nicht.

    Single sein hat für mich wenig mit Frustration zu tun. Das behaupten nur diejenigen, die gerade eine Beziehung haben oder sich kein anderes Leben ohne einen festen Beziehungspartner nicht vorstellen können.
    Als Single lebt man anders als in einer Beziehung. Unabhängiger. Intensiver. Selbstbestimmender. Selbstbewusster. (Im Sinne von: Man ist sich selbst bewusst.)
    Wenn ich als Single Lust habe irgendwas zu machen, dann tue ich es. Wenn ich Lust habe rauszugehen und unterwegs zu sein, dann los.
    Und wer so in einer Beziehung lebt und beide Seiten damit glücklich sind, dann kann ich nur gratulieren, denn wer will eine Beziehung, in der man sich gegenseitig behindert und einschränkt?

    Ich sage natürlich nicht, dass das eine besser sei, als das andere. Beides ist schön und hat seine Vor-, aber auch Nachteile.

    Das Leben außerhalb einer Beziehung lässt einen zu einem anderen Menschen werden, weil man plötzlich viele Dinge ganz anders sieht.
    Und das ist sowieso ganz wichtig: Dinge aus anderen Perspektiven betrachten, statt in seinem Alltagstrott gefangen zu sein.

    Das Leben bietet eigentlich doch so viel.

  4. Personal Trainer Kiel Februar 3, 2012 um 7:23 am #

    Manchmal wird man durch Medien in etwas hineingepresst, einem wird suggeriert, dass muss gut sein. So ist Weihnachten das Fest der Familie! Warum nur Weihnachten? Valentinstag ein Tag an dem eine Göttin verehrt wurde, warum nur an diesem Tag. Ich gebe Dir Recht, dies kann man auch an anderen Tagen tun, aber vielleicht wird versucht einen an diesem tag noch mal besonderes wach zurütteln, um es einen wieder in den Sinn zu rufen. Und es wahrscheinlich für den einen oder anderen nichts besonderes mehr ist, wenn es jeden Tag wäre?! Theorien :)

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