Worte von E.

24 Dez

Von meiner Mutter an euch.

Einst gab es unüberwindbare Gebirge,
alles mit sich reißende Flüsse
und endlos scheinende Ozeane,
die uns Grenzen auferlegten.

Wir lernten zu klettern und
die höchsten Gipfel zu erklimmen,
um von oben auf Täler zu blicken.

Wir lernten zu schwimmen,
Flöße und Brücken zu bauen,
um das Land auf der anderen
Seiten kennen zu lernen.

Wir lernten große Schiffe zu bauen,
nach Sternen zu navigieren,
um andere Kontinente zu entdecken.

Wir lernten wie Vögel zu fliegen,
Raketen und Raumschiffe zu bauen,
um die Erde von oben zu sehen
und den Mond zu erforschen.

Doch dann bauten wir Zäune
aus Holz und Stacheldraht,
um unser Hab und Gut zu beschützen.

Wir zogen endlose Mauern hoch,
aus Steinen, lang und breit,
um andere Menschen auszuschließen.

Wir errichteten Länder und Staaten,
mit eigenen Regierungen,
um unsere Interessen zu wahren.

Wir verbarrikadierten unser Herz
vor Leuten mit fremder Religion und
Hautfarbe, um unsere Seele vor
vermeintlichen Schaden zu bewahren.

… und ich wünsche mir,
wir wären wieder am Anfang.

%d Bloggern gefällt das: