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UMGEZOGEN!

25 Dez

Nun endgültig und hochoffiziell:

herzintakt.wordpress.com geht hiermit offline. Ab heute findet ihr all meine Worte, Gedanken und kreativen Ergüsse auf viennella.at

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Zuhause!

10 Mai

 

Ich war so so so wütend. Stets. Ein Pegel an innerer Wut hielt konstant die Stellung in meinem Inneren, manchmal so standfest, dass mein Körper sich so verspannte, dass es weh tat.
 
Ich war so so so wütend. Auf nichts. Auf alles. Wohl am meisten auf mich selbst. Den Grund dafür vermochte ich nicht festmachen zu können. Das Gefühl dafür aber umso mehr.
 
Ob die Wut ein Nebeneffekt der Depressionen war oder die Depressionen ein Nebeneffekt der Wut oder ich vielleicht selbst als Ganzes ein gefühlsverzerrter    Nebeneffekt,  kann ich auch heute noch nicht sagen.
 
Dennoch waren all diese Gefühle – die Wut, die Trauer, die Angst, die ständige Ungewissheit, das nicht enden wollende Loch – Teil eines omnipräsenten Wahns.
 
Ich war nie genug – weniger für andere, als für mich selbst. Ich wollte immer mehr – besser, schneller, intelligenter, hübscher, kreativer sein. Der Maßstab, den ich mir selbst gesetzt habe, schien unerreichbar. Ich blieb ständig weit darunter.
 
Es bedarf etwas Zeit, doch irgendwann kam mir die Erkenntnis zuteil, dass viel, dass ich war und noch immer bin, völlig okay ist. Dass es okay ist, introvertiert zu sein. Dass ich nicht krampfhaft versuchen muss, extrovertiert zu sein. Dass ich nicht so gut alleine sein kann, weil ich mich vor Menschen fürchte, sondern weil ich aus den Momenten, in denen ich mit mir selbst still sein kann all die nötige Kragt schöpfe, die ich brauche, um all das zu sein, was ich bin und sein will.
 
Dass Ängste wunderbar sind. Dass Ungewissheit der beste Beigeschmack des Lebens ist. Dass ich sein kann, ohne ständig versuchen zu müssen, aber ständig versuchen zu dürfen, besser zu werden.
 
Wir schreiben 2013. Ich lebe! Glücklich! Nicht immer, aber oft. Und ich bin nicht mehr wütend. Ich bin nicht mehr depressiv. Ich ziehe es vor, mich zurückzuziehen anstatt zu verstecken.
 
Und ich bin zuhause. In einer Stadt, die ich nie mochte. In einer Stadt, die immer mehr Feindbild als Zufluchtsort war. Und hier in Wien, hier an diesem Ort, der mir stets das Gefühl von Angst vermittelte, hier hab ich gelernt frei zu sein. Hier hab ich gefunden, wonach und wonach ich nicht gesucht habe. 
 
Es ist 2013 und ich bin so sehr am Leben, wie noch nie zuvor. Auch wenn, ich diesen Scherbenhaufen namens Herzen immer rumschleppe, weiß ich, dass es gut so ist. Dass es weh tun darf, aber nicht ständig muss. Dass Leben mehr ist, als nur am Leben zu bleiben. Dass alles seinen Platz hat, sogar ich. Dass ich frei sein kann, ohne mich in der Freiheit eingeengt zu fühlen. Dass sich alles ändert.
 
Dass ich nicht aufs Ende warten muss, damit alles gut ist.

Filmsuche

19 Jan

Ihr Lieben.

Wie vielleicht ein paar von euch mitbekommen habe, habe ich dieses Jahr das Projekt „365 movies in 365 days“ am Laufen.
Und deswegen brauche ich Filmtipps!

Ich brauche folgende Kategorien:

  • Trilogien (auch Dilogien, Tetralogien, etc.)
  • Filme vor 1980
  • Filme zwischen 1980-1990
  • Filme aus den 90ern
  • Filme zwischen 2000-2010
  • und Filme ab 2010

Genre ziemlich egal. Hauptsache Film. (Vorzugsweise keine deutschen & dänischen.)

<3

Danke!

10 Jan

Ich bin sprachlos. Mit einem solchen Anklang hätte ich nicht gerechnet. So viele haben sich für ein paar Worte bedankt, die lange in meinem Kopf schwirrten und gestern Abend urplötzlich und in Windeseile festgeschrieben werden wollten.

Die Resonanz, die ich bekommen habe, hat mir im Sekundentakt die Sprache verschlagen. Und meine Theorie, die nie wirklich eine wahr, bestätigt. We’re all in this together. Ich danke euch für die Worte auf Twitter, auf Facebook, per Mail und DM, am Telefon und per diverser Nachrichten. Ich danke euch, dass ihr die Worte verbreitet und geteilt habt. Die Sterne interpretiere ich als ein Nicken und als Verständnis und Zustimmung. Und es macht mich sprachlos.

Das Internet war für mich jahrelang ein Ort der Anonymität und dadurch ein Ort, an dem ich all die düsteren Gedanken packen konnte, die ich nicht in die Welt schreien konnte. Ein Ort, an dem ich sein konnte, ohne mich vor Blicken fürchten zu müssen. Das änderte sich schlagartig, als ich anfing Menschen, die ich online kennenlernte, an mich ran zu lassen. Und bemerkte, wie wenig es auf die Fakten ankommt, sondern auf die Geschichten dazwischen. Dass Oberflächlichkeiten und Smalltalk kaum stattfanden. Dass man sehr schnell auf den Punkt kam und über das sprach, was einen wirklich bewegte.

Ich kenne viele von euch. Noch mehr kenne ich nicht. Ich habe Geschichten gehört und Geschichten erzählt. Ich habe mit euch geweint, gelacht. Ich habe wegen auch nachgedacht und mir den Kopf zerbrochen. Ich habe euch ganz nah an mich rangelassen, während ihr mich ganz nah an mich rangelassen habt.

Doch bevor es zu all dem kam, gab es diese Zwischenzone. Diesen Moment, als sich online und offline verbanden und plötzlich reale Menschen vor mir standen. Die mir teilweise die Stimme nahmen. Nein, nicht nahmen. Es waren plötzlich echte, reale Menschen und mein Mut war dahin. Und ich schrieb viel nicht. Habe mich viel zurückgehalten. Habe geschwiegen, wenn ich etwas zu sagen hatte.

Da war immer dieser Hintergedanke. Doch ich schrieb weiter. Immer. Weil ich nicht anders kann. Weil es der letzte Zwang ist, der mir von vielen noch erhalten blieb. Nur gab ich mir Mühe viel zu sagen, ohne viel Preis zu geben.

Als ich damals in dieser Klasse war, kam mir diese Idee. Sich vor fremden Leuten hinstellen und Gemeinsamkeiten aufdecken. Sich zu öffnen und zu hoffen, dass daraus ein Spiegelbild wird. Gedanken, die sich Jahre in meinem Kopf gefestigt haben, aber nie ihren Raum fanden. Gestern passierte es. Ich weiß nicht, warum. Aber es war gut. Es wollte raus. Und, wenn ich was gelernt habe, dann, wenn etwas raus muss, dann musst Du es rauslassen.

Ich hatte selbst das Pech ein Mobbingopfer zu sein. Ich hatte das Glück, Freunde außerhalb der Schule zu haben. Ich hatte schon immer einen dicken Panzer, zumindest nach außen hin. Aber wenig geht spurlos an einem vorbei. Ich litt die Hälfte meines Lebens an Depressionen und einer Essstörung. Ich hatte Angst vor allem. Ich war ein Haufen Unglück. Ich war am Ende. Nicht nur, weil mir viel Hass von außen entgegen gebracht wurde, sondern weil ich ihn mir selbst ins Gesicht schleuderte.

Und all das ist irgendwo noch ein Tabuthema. Nein, falsches Wort. Es wird diskutiert. Aber selten persönlich. Selten stellen sich Menschen in die Öffentlichkeit und sagen: „Hey! Das und das hat das und das ausgelöst. Es tat weh. Ich hatte Angst. Ich konnte teilweise nicht mehr.“ Weil eben auch das eine Angriffsfläche bietet.

Das gestern und heute. Herzen. Das war bewegend. In alle Richtungen. Und mir fällt es schwer, die richtigen Worte zu finden. Und ich danke euch. Von Herzen. Mit allem, was ich habe. Es ist unglaublich. Ihr seid unglaublich. Für jedes „Danke!“ und für jedes „Ich weiß, was Du meinst. Mir ging es ähnlich.“, gebe ich euch 1000 Danke zurück.

„Hast Du schon mal geweint, weil Dich Menschen, die Du nicht kanntest, so sehr berührt haben?“
Ich hebe meine Hand.

Ich verschicke Postkarten!

7 Jan

Ich sammle ja leidenschaftlich gerne. Vor allem Postkarten. Doppelt, dreifach, zwanzigfach.
Und bevor ich die alle wegwerfe, dachte ich mir: ES SIND POSTKARTEN! VERSCHICK SIE DOCH!

postkarten

 

 

Wer eine möchte, schickt mir einfach eine Mail mit Twittername, Adresse und Herzchen an ash@facella.net
<3

Mixtape Aktion!

29 Jan

Ich will jetzt gar nicht groß über ACTA, SOPA und die anderen bescheuerten Dinge reden, die uns das Internet vermiesen wollen. Auch, wenn ich dazu mehr als genug Meinung habe. Und auch Aggressionen. Und Wutausbrüche. Und Schläge. Und genug Platz im Keller, für all diejenigen Miesepeter. Aber das ist nebensächlich.

Mixtapes, egal ob auf Kassette oder CD, waren wohl die große Liebe meiner Kindheit und Jugend. Und auch heute noch. Wer schon mal eins von mir bekommen hat, weiß wie viel Liebe ich in sowas reinstecke.

Und dabei geht es nicht um Raubkopien. Es geht darum Musik mit Menschen zu teilen. Und da Musik Liebe ist, tauschen wir einfach etwas Liebe aus.

Was muss ich tun?

a) eine Mail an mixtapeaktion@gmail.com mit ausgefülltem Fragebogen schicken

  • Name:
  • Adresse:
  • Twittername:
  • Favorisiertes Genre (max. 3):
  • Liebste Band (von mir aus auch 3): 

b) warten, bis ihr jemanden von mir zugeteilt bekommt.

c) 10-20 Songs aussuchen & sie auf CD brennen.

d) Cover, Booklet und Trackliste mit viel Liebe und Herz gestalten.

e) abschicken.

Einsendeschluss (das wollte ich schon immer mal sagen) ist der 14.Februar, 24 Uhr.
Ein paar Tage später bekommt ihr einen Teilnehmer zugeteilt, der einen ähnlichen Musikgeschmack hat wie ihr, und dürft dann anfangen zu basteln.

Noch Fragen?
Dann einfach unten kommentieren.

Los!
<3

Mel Brooks & ich.

8 Nov

Kennt ihr Mel Brooks? Wenn nicht, dann solltet ihr bitte umgehend eure nächste Videothek Schrägstrich iTunes-Library aufsuchen und euch dort ein paar seiner Filme leihen. Obwohl ihr zumindest Spaceballs kennen solltet. Oder The Producers. Aber ich will euch jetzt nicht vor die Nase halten, wie doof ihr eigentlich seid, dass ihr noch nie was von Mel Brooks gehört habt.

Mel Brooks war an sich sowieso ein sehr intelligentes Kerlchen und sagte auch so intelligente Sachen, die ich mir schon quasi fast auf den Körper tätowieren würde. Aber nur fast, weil das auch zu viel Text wäre und ich, Dank einer Körpergröße von nicht mal 1,60m, ziemlich wenig Körperfläche besitze.
Worauf ich eigentlich hinaus will ist dieses eine Zitat, das mich schon etwas länger verfolgt und auch schon mehrmals in vielen Variationen und Designs meine Wand schmückte:

“Look, I really don’t want to wax philosophic, but I will say that if you’re alive, you’ve got to flap your arms and legs, you got to jump around a lot, you got to make a lot of noise, because life is the very opposite of death. And therefore, as I see it, if you’re quiet, you’re not living. You’ve got to be noisy, or at least your thoughts should be noisy, colorful and lively.”

Was der gute Mister Brooks sagte ist schon sehr wahr. Das fällt mir immer wieder auf. In allen Lebenssituationen und bei allen Menschen. Still da sitzen und nichts machen bringt einen nicht weiter. Dann lieber einmal zu oft die Fresse aufreißen, immer etwas zu weit gehen, etwas zu laut sein, etwas mehr leben.

Ich hab ja gestern schon getwittert, dass es prinzipiell ganz simpel ist und mit es meine ich das Leben: Wenn Du fällst, dann fällst Du. Und dann stehst Du wieder auf und läufst weiter. Simple as that. Ganz ernsthaft. Ich hab mir das dann mal bildlich vorgestellt und merkwürdige mathematische Formeln in meinen Kopf durchgerechnet, die nur für mich Sinn ergeben. Man muss sich nur mal vorstellen, dass Menschen, die wenig wagen meist auch selten hinfallen, ergo einen ziemlich kurzen Weg von A nach B haben, wobei A für Geburt steht und B für Tod. Aber das ist ja eigentlich klar. Bei diesen Leuten ist dieser Weg sehr gerade, weswegen er auch sehr kurz ist. Gerade durch ist ja meist der kürzeste Weg.

Wenn Mensch aber risikofreudig war und oft und gerne mal Fehler gemacht hat, fällt er, bleibt kurz liegen, steht wieder auf und läuft weiter, nimmt Umwege und Abwege, rennt im Kreis und wieder ein Stück zurück. Ergo ist der Weg von A nach B viel länger.

Gut, vielleicht nicht länger, aber erfahrungsreicher und lebendiger, weswegen eigentlich auch länger. Weil man Leben nicht in Zeit, ergo in Jahren, missen sollte, sondern in Erfahrungen, Augenblicken und Momenten. Was uns zum Schluss führt: Sei laut, lebendig, verrückt, waghalsig, aktiv, wahnsinnig, mutig, impulsiv.

Weil es letztendlich darum geht, dass man, wenn man dann mal 80 ist, nicht auf sein Leben zurückblickt und sagt: „Hey, damals, als ich so ein kleiner Mitzwanziger war, damals, diese vier Tage, das war die Zeit meines Lebens.“ Man sollte viel mehr sagen: „Hey! Mein Leben! Das war die Zeit meines Lebens. Jeder Tag. Jede Minute. Alles.“

Über Gehirnzellen, Nasen und die UdSSR.

6 Nov

Gestern also gelernt, dass Nasen nie aufhören zu wachsen, Gehirnzellen sich im Gegenzug aber nie, und ich meine nienienienie, erneuern. Gut, dass Gehirnzellen sich nicht erneuern, wusste ich schon, aber ich wollte es mit euch teilen. Nur zur Vorsorge, wisst ihr? Nicht, dass sich einer von euch irgendwann mal wundert, wo seine Gehirnzellen hin sind und wieso sie nicht zurückkommen.

Dass Nasen niemals aufhören zu wachsen hat mich schon etwas mehr geschockt. Und die Frage aufgeworfen: Was macht Gerard Depardieu in zehn Jahren? Kann er dann noch aufrecht stehen? Und können Nasen größer werden als das Gesicht?

Ich hab gestern noch mehr gelernt, aber das meiste wieder vergessen. Wir haben gestern nämlich Trivial Pursuit gespielt. Die österreichische Version von 1985. Solltet ihr auch mal. Also, euch eine alte Version besorgen. a) weiß man dann viel weniger und das Spiel dauert noch viel länger und b) ist es einfach amüsant zu lesen, dass Finnland auch irgendwie an die UdSSR grenzt. Zumindest hat mich das gestern amüsiert. Nicht die Tatsache. Eigentlich nur, wie schnell das Leben eigentlich fortschreitet und wie schnell sich alles ändert. Eigentlich amüsiert mich das nicht so sehr, wie es mich fasziniert. Leben ist schon ein geiles Ding.

Ich denke ja gerade sowieso sehr viel über das Leben und die Erste-Welt-Probleme nach. Gestern erst habe ich überlegt, ob ich mir lieber einen Kindle oder doch das iPad kaufen soll. Und mich gedanklich damit sicher mehr als eine Stunde befasst, um dann noch mal fünfzehn Minuten darüber zu sprechen. Erste-Welt-Problem-deluxe. Mit Krönchen. Danach für 40€ essen gegangen, um dann noch mal für 30€ im Supermarkt einzukaufen, dazwischen noch mal Kaffee für 5€. Das iPhone, wie ein Kleinkind, immer an der Hand. Zuhause erstmal versucht die Lebensmittel in den bereits vollgestopften Kühlschrank zu quetschen, um 30% der Sachen nächste Woche eh wegzuwerfen. Danach noch am iMac eine Doku geguckt, während ich via MacBook und iPhone all meine Social Networks und Feedreader checkte.

Das Problem an der ganzen Sache ist ja, dass ich diesen Luxus genieße. Und ihn mag. Und süchtig bin. Und ihr kennt das alles. Aber eigentlich kann man auch ohne. Auf Sachen verzichten, die man ohnehin nicht braucht. Aber dazu dann die Tage mehr.

Gedanken über alles und nichts und irgendwas.

4 Nov

Ich hab momentan eigentlich keine Zeit. Für nichts. Die Uni fordert mich etwa sechzehn Stunden am Tag, daneben versuche ich meine sozialen Kontakte, meine Körperpflege und mein allgemeines rundum Wohlbefinden noch irgendwie unterzukriegen. Mein Sozialleben lässt sich leicht zusammenfassen: Freund, Mama, Katze. Freund und Katze brauchen Zuwendung, Mama ist halt Mama. Für mehr bleibt keine Zeit. Aufstehen, duschen, alle paar Minuten etwas vom Frühstücksmüsli essen, hier ein Schluck Kaffee, da noch ein Schluck mehr Kaffee und schon geht’s zur Uni. Die fängt nämlich um acht Uhr fünfundvierzig an. Täglich. Und das zum Thema „Studenten haben eh so viel Freizeit“. Uni dauert meist bis 18 Uhr, manchmal auch bis 20 Uhr. Manchmal sogar samstags, weil wir ja eh sonst nichts zu tun haben. Eigentlich viel zu oft samstags. So quasi jeden zweiten Samstag. Nach der Uni ist quasi vor der Uni. Viertausendachthundertzweiundzwanzig Projekte stehen an. Vielleicht sogar zwei mehr.

Worauf ich aber eigentlich hinauswollte: mir bleibt kaum Zeit für irgendwas, nicht mal fürs Denken. Also, so richtiges Denken. Dieses „Ich fange aus dem heiteren Himmel an über die Welt und das Leben zu grübeln und sitze vier Stunden starr rum und denke, denke und denke etwas mehr“. Gestern passierte es dann einfach. Gespräch mit Freund beendet, sitzen geblieben, nach gedacht. Ohne konkreten Anfangsgedanken, dafür mit konkretem Endgedanken. Was ja eigentlich viel mehr zählt.

Worauf ich jetzt wirklich hinaus will: Ich hab eine Liste. 100 Dinge, die ich in meinem Leben machen möchte. Einen schwedischen Baum umarmen (fragt nicht), eine Sternschnuppe sehen, Patentante werden, zu mir finden. Vieles sehr situationsbedingt, vieles, was ich zwar gerne erleben würde, aber eher spontan als bewusst erleben kann. Dabei würde ich gern bewusst Dinge erleben, also falsch, man erlebt ja alles irgendwie bewusst. Aber ich habe vor manche Erfahrungen bewusst zu machen, sprich mich für sie zu entscheiden. Ich kann nicht entscheiden, dass ich jetzt eine Sternschnuppe sehen möchte.

Aber ich kann entscheiden, dass ich Dinge tun möchte, Dinge, die man sonst wohl nie erfahren würde, wenn man sich nicht bewusst dazu entschließt. Für manches muss man eben einen Entschluss fassen, Sachen regeln, das Ganze ins Rollen bringen, um es dann erleben zu können. Bewusstes Erleben, überbewusstes Erleben, gewolltes Erleben, dennoch ungeplantes Erleben, denn man kann sich zwar dazu entscheiden Dinge zu machen, kann natürlich nicht entscheiden, wie sie ausgehen oder viel mehr, wie sie einen am Ende treffen, was man daraus lernt, wie man dadurch wächst. You get the point. (auch so eine Sache übrigens: Englisch hört sich manchmal einfach besser an. So auf den Punkt. Und ganz oft fällt mir erst gar nicht das deutsche Wort ein, weil das englische viel treffender ist. You know? [der Liebste meinte übrigens, dass das nur daran liegt, weil ich zu viel englisch rede, wobei ich gestehen muss, dass ich eigentlich ausschließlich auf englisch denke, aber das ist ein anderes Thema und hat nichts mit dem Inhalt dieses Blogdings zu tun. {Ich habe übrigens auch schrecklichen Wissenshunger. Mein Kopf knurrt sozusagen. Kreatives Studium ist schon geil, aber mir fehlt dieser ständige Wissenscocktail, den ich mir sonst so zuführe. Dazu bleibt aber leider keine Zeit. Aber eigentlich hat das auch nichts mit dem ursprünglichen Thema zu tun.}])

Ich habe gestern etwas beschlossen, etwas, dass ich noch nicht öffentlich machen will, bevor ich wenigstens einen Fuß in die Tür des Projektes gesetzt habe. Aber der Entschluss steht fest. Ich habe jetzt schon schreckliche Vorfreude. Auch etwas mulmiges Bauchgefühl. Und das ist gut so. Eine Erfahrung, vielleicht auch ein dutzend mehr, die ich unter normalen Umständen und ohne festen Entschluss dazu nie machen würde. Ein Gehen und Zurückkehren. Geben und nehmen. Und bloß sehr konfus darüber reden, damit ich noch mehr Lust darauf bekomme.

Punkt. Ende.
Ich trinke jetzt Chai und gucke mit dem Mann Fussball.

(et voilà, Wortkotze in ihrer reinsten Form.)

Die siebente Welle.

6 Aug

„Warum ich Dir schreibe? Weil mir danach ist. Und weil ich nicht wortlos auf die siebente Welle warten will. Ja, hier erzählt man die Geschichte von der unbeugsamen siebenten Welle. Die ersten sechs sind berechenbar und ausgewogen. Sie bedingen einander, bauen aufeinander auf, bringen keine Überraschungen. Sie halten die Kontinuität. Sechs Anläufe, so unterschiedlich sie aus der Ferne betrachtet auch wirken, sechs Anläufe – und immer das gleiche Ziel.

Aber Achtung vor der siebenten Welle! Sie ist unberechenbar. Lange Zeit ist sie unauffällig, spielt im monotonen Ablauf mit, passt sich an ihre Vorgängerinnen an. Aber manchmal bricht sie aus. Immer nur sie, immer nur die siebente Welle. Denn Sie ist unbekümmert, arglos, rebellisch, wischt über alles hinweg, formt alles neu. Für sie gibt es kein Vorher, nur ein Jetzt. Und danach ist alles anders. Ob besser oder schlechter? Das können nur jene beurteilen, die von ihr erfasst worden sind, die den Mut gehabt haben, sich ihr zu stellen, sich in ihren Bann ziehen zu lassen.

Nun sitze ich seit gut einer Stunde hier, zähle die Wellen ab und beobachte, was jeweils die siebenten treiben. Noch ist keine von ihnen ausgebrochen. Aber ich bin im Urlaub, ich bin geduldig, ich kann warten. Ich gebe die Hoffnung nicht auf! Hier über der Westküste bläst starker Südwind.“

– Daniel Glattauer.